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12. April 2013 – 22:41 |

Ein Urlaub in den Alpen ist immer wieder besonders erholsam und gesund. Allein die Bilder, die das Auge in den Alpen einfängt sind der pure Genuss. Wer auch nur ein wenig Freizeit hat und nicht gar zu weit von den Alpen entfernt lebt, sollte so oft wie möglich dorthin fahren. Wandern in der Freizeit und im Urlaub mit Freunden an …

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Residenzschloss Urach

Eingereicht on 3. Oktober 2012 – 23:16No Comment

Das Residenzschloss Urach wurde im Jahr 1400 erbaut und hat sich bis heute als typische württembergische Residenz des Spätmittelalters erhalten. Aus dem Dunkel der Geschichte taucht es allerdings erst im Jahr 1442 auf, als Herzog Ludwig I. von Württemberg aufgrund der württembergischen Landesteilung eine eigene Residenzstadt benötigte. Sein Bruder Ulrich V. blieb in der alten Residenzstadt Stuttgart, Ludwig machte Urach zu seiner Residenzstadt und das Uracher Schloss zum Residenzschloss. Diesen bedeutenden Status behielt Urach jedoch nur 40 Jahre lang. Im Jahr 1482 wurde die Grafschaft Württemberg von Graf Eberhard im Bart wiedervereinigt und der Hof ging zurück nach Stuttgart, das fortan alleinige Residenzstadt geblieben ist. In den folgenden Jahrhunderten wurde Schloss Urach von den württembergischen Herzögen vor allem als Jagdschloss genutzt. Die Könige von Württemberg verloren schließlich das Interesse an Schloss Urach und ließen zu Beginn des 20. Jahrhunderts fast das gesamte Mobiliar versteigern. In der Folgezeit erfuhr das Schloss unterschiedliche Nutzungen, im ersten und zweiten Obergeschoss wurden Pfarrerwohnungen eingerichtet, die Dürnitz im Erdgeschoss wurde unter anderem als Pferdestall und Kartoffellager genutzt.
Zur Zeit ihrer Erbauung im Jahr 1400 und in den Jahrzehnten danach war die Dürnitz dagegen der Arbeits-, Aufenthalts- und Speiseraum des Gesindes. Die Steinbänke in den Fensternischen wurden als Arbeitsplätze mit gutem Zugang zum Tageslicht genutzt. Heute erhält die Dürnitz ihren festlichen Charakter durch das Kreuzrippengewölbe und die Säulen, die jedoch erst im Jahr 1474 anlässlich der Hochzeit des Grafen Eberhard im Bart angebracht wurden.
Auch die bedeutenden Wandmalereien des Palmensaals im zweiten Obergeschoss stammen vermutlich aus dem Jahr 1474. Der Palmensaal war der Empfangsaal und im Spätmittelalter über eine Reittreppe zu erreichen. Er erhielt seinen Namen aufgrund der acht großen Palmen, die seine Seitenwände schmücken. Bei diesen Wandmalereien handelt es sich um die Ahnenprobe des Grafen Eberhard im Bart. Auf der Palme – die zusammen mit dem Wahlspruch Attempto das persönliche Zeichen Graf Eberhards darstellt – ist jeweils ein Wappen angebracht. Die acht Wappen stehen für die Urgroßeltern Graf Eberhards und vereinigen sich zur ältesten erhaltenen Ahnenprobe nördlich der Alpen.
Hinter dem Palmensaal liegt der Weiße Saal, ein Speisesaal aus dem 18. Jahrhundert, den Herzog Karl Eugen mit schönem Rokokostuck hat ausschmücken lassen. Neben Jagdmotiven sind auch Musikinstrumente an den Wänden abgebildet. Besondere Einrichtungsgegenstände stellen die bunt bemalten Blechleuchter dar, die eine Fülle an unterschiedlichsten Blüten vereinen und aus Frankreich stammen.
Das kleine Assembléezimmer stammt ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert und weist denselben weißen Rokokostuck wie der Weiße Saal auf. Es diente als Aufenthaltsraum für die höfische Gesellschaft, die sich hier einst mit Karten- oder Brettspielen, mit Lesungen und Musikdarbietungen vergnügt hat. Die Wandspiegel und der Leuchter vermitteln einen Eindruck der einstigen Pracht.
Die beiden Highlights des Uracher Residenzschlosses liegen zweifellos im zweiten Obergeschoss. Der große Ausstellungsraum beherbergt die weltweit größte und schönste Sammlung barocker Prunkschlitten. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden diese Schlitten von den württembergischen Herzögen und dem übrigen Hof genutzt, um ihre herausragende Machtstellung zu repräsentieren. Die Schlitten wurden von edlen, reich geschmückten Pferden durch die Straßen Ludwigsburgs und Stuttgarts gezogen. Die über 20 erhaltenen Exemplare stammen beinahe alle aus dem Besitz der württembergischen Herzöge. Die Schlitten weisen einen reichen Figurenschmuck auf, der insbesondere aus wilden Tieren oder mythologischen Gestalten besteht, die alle eine symbolische Bedeutung besitzen. Hinter den beiden Prunkportalen in der Schlittensammlung liegt der Goldene Saal, einer der schönsten Renaissancesäle in Süddeutschland. In seiner jetzigen Ausstattung mit korinthischen Säulen und reichem Blattgoldschmuck geht er zurück auf das Jahr 1609. Herzog Johann Friedrich ließ in diesem Jahr anlässlich seiner Hochzeit den Saal prächtig ausschmücken; aus seiner Zeit stammt auch der große Ofen mit gusseisernem Ofenkasten. Daneben steht ein herzogliches Prunkbett aus dem Jahr 1585, das für die Hochzeitsnacht Herzog Ludwigs hergestellt wurde. Zu den weiteren Ausstattungsstücken zählen ein hölzernes Epitaph, das Graf Heinrich von Mömpelgard zeigt, sowie ein Schragentisch mit Steinplatte aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Der Bewohner mit dem höchsten Erinnerungswert ist jedoch sicherlich das riesige hölzerne Wildschwein, eine originalgetreue Nachbildung eines Jagderfolgs von Herzog Ulrich aus dem Jahr 1507. In früheren Zeiten existierte ein Mechanismus, der dafür sorgte, dass das Tier wie von Geisterhand auf eintretende Schlossbesucher zufuhr.

Autor: http://www.contentworld.com/authors/profile/3189/

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